Als "Goldener Steig" wird der Saumhandelsweg bezeichnet, der in drei Verzweigungen von Passau nach Böhmen führte und Jahrhunderte lang als eine der wichtigsten Handelsverbindungen über die Mittelgebirgszüge des Bayerischen Waldes in den Böhmerwald galt. Von wirtschaftlichen Zentren der Donau aus, hier seien vor allem die Städte Passau und Vilshofen genannt, führten diese Routen ins Böhmische. Auf den Saumpfaden wurden vor allem Salz aber auch Südfrüchte, Gewürze, Wein und Tuchwaren ins Moldauland transportiert. Als Rückfracht diente den Säumern hauptsächlich Getreide, aber auch Schmalz, Hopfen, Honig, Butter und Käse und nicht zu vergessen der überall beliebte Prachaticer Kornbranntwein. Anlaufspunkte für die Säumer und Umschlagplatz für die gehandelten Güter waren die böhmischen Städte Winterberg (Vimperk), Prachatitz (Prachatice) und Bergreichenstein (Kašperké Hory).
Ihre Blütezeit erlebte die Säumerei im 13. und 16. Jahrhundert. Den Beinamen "Golden" erhielten die Wege wegen des äußerst lukrativen Salzhandels, von dem allerdings nicht die Säumer, sondern deren Auftraggeber, Geschäftsleute aus dem Fürstbistum Passau und die böhmischen Handelsgeschlechter profitierten. Aber auch kaiserliche und königliche Privilegien, z.B. Straßen- und Handelsvorrechte heben die Bedeutung dieser Saumpfade für die damalige Zeit hervor.
An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert legten die österreichischen Habsburger, die 1526 durch Erbfolge in Besitz der böhmischen Krone kamen, verstärkt Wert darauf, Böhmen mit eigenem Salz aus dem Salzkammergut zu versorgen. Langsam aber unwiederbringlich verlor der Salzhandel im großen Stil auf den bayerisch-böhmischen Säumerpfaden seine Bedeutung und kam um 1706 schließlich vollständig zum Erliegen.
Entlang von markierten Routen kann man heute auf den Spuren dieser alten Handelszüge bis nach Tschechien wandern.
Der Goldene Steig heute -Grenzenlos Gehniessen
Auf den Spuren der alten Säumer kann man heute GPS-geführt auf 3 Routen wandern, die mit dem Säumersymbol markiert und mit zahlreichen Informationstafeln zu historischen Plätzen und Orten ausgestattet sind:
- Unterer Goldener Steig oder auch "Prachatitzer Weg": Der ehemalige Hauptweg führt von der Bruckmühle bei Röhrnbach über Waldkirchen, Schiefweg, Böhmzwiesel, Fürholz, Grainet und Bischofsreut zur Landesgrenze. Auf tschechischer Seite findet er als gelb markierter "Goldener Salzsteig" seine Fortsetzung über Ceské Zleby/Böhmisch Röhren und Volary/Wallern nach Prachatice (Prachatitz).
- Mittlerer Goldener Steig oder auch "Winterberger Steig": Der ehemalige Nebenweg verläuft von Bruckmühle bei Röhrnbach über Freyung, Hinterschmiding und Herzogsreut bis nach Philippsreut zur Landesgrenze. Mit gelber Marierung geht es weiter über die Landesgrenze in die mittelalterliche Stadt Vimperk (Winterberg).
- Die "Gulden Strass" führt von Grafenau über St. Oswald nach Waldhäuser zum Lusen. Die
historische Route ging einst von Waldhäuser weiter über das Obere Waldhaus auf dem
Böhmweg über die Böhmische Grenze nach Bergreichenstein.
Über den Abstecher nach Finsterau kann man aber auch von hier weiter bis nach
Kašperke Horý (Bergreichenstein).
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Gefördert im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A |
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Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) |
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